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Robotische Chirurgie am Marien Hospital: Drei Fachdisziplinen, ein Zentrum
Dr. Konstantinos Zarras übernimmt die Leitung des Zentrums für Interdisziplinäre Robotische Operationen (ZIRO)

Der Roboter ist längst im Operationsalltag angekommen. Die interessante Frage ist deshalb nicht mehr, ob robotisch operiert wird, sondern wie sich die Erfahrungen verschiedener Fachdisziplinen mit der Technologie sinnvoll zusammenführen lassen. Mit Dr. Konstantinos Zarras übernimmt nun ein Viszeralchirurg die Leitung des Zentrums für Interdisziplinäre Robotische Operationen (ZIRO), der die Entwicklung der robotischen Chirurgie am Marien Hospital seit ihren Anfängen begleitet.

Seit 2018 wird am Marien Hospital mit dem Da-Vinci-System operiert – zunächst in der Urologie und der Viszeralchirurgie. Inzwischen wird die Technologie auch in der Gynäkologie eingesetzt. Damit ist das robotisch-assistierte Operieren am Marien Hospital in drei operativen Fachbereichen etabliert. Im ZIRO werden die Erfahrungen und Interdisziplinarität dieser Disziplinen nun noch enger miteinander verknüpft. 

Das Da-Vinci-System wird vollständig von den Operateurinnen und Operateuren gesteuert. Es ermöglicht unter anderem eine hochauflösende dreidimensionale Sicht auf das Operationsgebiet und eine sehr feine Führung der Instrumente. Besonders bei komplexen Eingriffen in anatomisch schwer zugänglichen Regionen kann diese Form der Unterstützung hilfreich sein. Welches Operationsverfahren zum Einsatz kommt, wird dabei weiterhin individuell anhand der Erkrankung und der jeweiligen Patientensituation entschieden.

Drei Fachbereiche, ein gemeinsames Konzept

  • In der Viszeralchirurgie kommt die Robotik insbesondere bei komplexen Eingriffen im Bauch- und Beckenraum zum Einsatz. Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von Darmkrebs: Rund 80 Prozent der kolorektalen Karzinome werden am Marien Hospital inzwischen robotisch-assistiert operiert. Auch bei anderen Eingriffen, etwa bei Hernien oder komplexen Refluxerkrankungen, wird das Verfahren eingesetzt.
  • In der Urologie ist die robotische Chirurgie ebenfalls fest etabliert. Das Spektrum reicht von Eingriffen an Prostata, Niere und Harnblase bis hin zu rekonstruktiven Operationen. Seit April 2026 verantwortet Dr. Felix Maximilian Fuchs als Leitender Oberarzt den Bereich der robotisch-assistierten Urologie innerhalb des ZIRO.
  • Neu im Spektrum ist die robotische Gynäkologie. Damit kommt eine weitere Fachdisziplin hinzu, in der minimalinvasive und robotisch-assistierte Verfahren insbesondere bei komplexeren operativen Eingriffen eingesetzt werden können. Die Sektion wird von Oberärztin Anna-Maria Kaimasidou geleitet. Zu ihren Schwerpunkten gehören unter anderem die operative Gynäkologie, die minimalinvasive und robotische Chirurgie sowie die Beckenbodenchirurgie.

Erfahrung trifft Weiterentwicklung
Dr. Konstantinos Zarras bringt dafür langjährige Erfahrung mit. Als Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie hat er die robotische Chirurgie am Marien Hospital seit 2018 mit aufgebaut und deren Einsatz in der Viszeralchirurgie weiterentwickelt. Mit der Leitung des ZIRO übernimmt er nun eine fachübergreifende Aufgabe. Sein Ziel ist es, die bereits vorhandene Expertise der beteiligten Disziplinen zusammenzuführen und die robotische Chirurgie am Marien Hospital gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu gehören neben der klinischen Anwendung auch Fragen der Ausbildung, der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung geeigneter Operationsverfahren.

Der Roboter selbst steht dabei nicht im Mittelpunkt – die Idee des ZIRO geht dabei über die gemeinsame Nutzung eines Operationssystems hinaus. Entscheidend bleibt die medizinische Frage: Welche Methode ist für welchen Eingriff und welche Patientin oder welchen Patienten sinnvoll? Das ZIRO soll dazu beitragen, dass die Erfahrungen aus drei Fachdisziplinen zusammenkommen – und aus einer gemeinsamen technischen Plattform eine gemeinsame chirurgische Expertise entsteht.

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