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Nicht jeder Tumor ist ein Knoten

Warum sich Brustkrebs-Symptome bei jüngeren Frauen manchmal anders zeigen, das Alter für eine Kassenleistung bald sinken könnte und aktive Aufklärung trotzdem das wichtigste Werkzeug bleibt – darüber informiert das Brustkrebszentrum des Marien Hospitals Düsseldorf zum Pinktober.

Orangenhaut oder aus der Brustwarze tröpfelnde Flüssigkeit verbindet wohl kaum jemand mit dem Thema Brustkrebs, beides sind aber mögliche Symptome der Erkrankung, vor allem bei jüngeren Frauen. Neben dem dadurch bedingten erhöhten Risiko für verspätete Diagnosen und schlechtere Prognosen, bietet allein diese Tatsache Anlass genug für die weiterhin prägnante Präventionsarbeit des Brustkrebszentrums am Marien Hospital Düsseldorf rund um den diesjährigen Pinktober. Mit Aktionen an der Klinik selbst und in der Innenstadt – gemeinsam mit der Bäckerei Hinkel – wollen Chefärztin Dr. Susanne Findt und ihr Team der Erkrankung weiterhin die notwendige Aufmerksamkeit verleihen und Möglichkeiten zum offenen Austausch bieten. 

Pinker Blickfang und Aktion in der Altstadt
Neben einem pink „beschleiften“ Zaun rund um die Klinik an der Rochusstraße als Blickfang, machen ein großes Banner sowie ein Werbedisplay auf den Pinktober und den dazugehörigen Aktionstag Mitte des Monats in der Innenstadt aufmerksam: Am Samstag, den 17. Oktober von 12 bis 14 Uhr beantworten Brustkrebs-Expertinnen des Marien-Hospitals alle Fragen an einem Informationsstand direkt vor der großen Hinkel-Filiale in der Düsseldorfer Mittelstraße. Zeitgleich teilt die Traditionsbäckerei passendes Gebäck in Schleifenform aus. Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, verpackt Hinkel seine Brötchen zusätzlich wieder den ganzen Oktober über in 60 000 pinke Tüten mit wichtigen Klinik-Infos zur Erkrankung und Prävention. Für Geschäftsführerin Sophie Hinkel immer noch ein Herzensprojekt: „Unsere Kooperation geht jetzt bereits ins dritte Jahr und es ist toll zu sehen, wie gut sie ankommt. Wenn dadurch auch nur eine Betroffene rechtzeitig ihre Diagnose erhält, hat sich jeder Aufwand gelohnt.“ Ihre Großmutter war selbst vor Jahren an Brustkrebs erkrankt, deshalb geht Sophie Hinkel das Thema immer noch besonders nahe. 

Diagnosen bei jungen Frauen steigen leicht an
Geändert hat sich seither vieles, denn auch wenn die Regel „Achte auf Knoten“ seit Jahrzehnten als golden gilt und absolut berechtigt ist, kann sie vor allem bei jüngeren Frauen zu Verzögerungen führen: Medizinische Daten zeigen, dass die Erstdiagnosen bei Patientinnen unter 50 Jahren leicht ansteigen und zudem häufig andere, weitaus untypischere Symptome aufweisen. „Das Brustgewebe jüngerer Frauen ist biologisch wesentlich dichter als im Alter. Ein Tumor lässt sich dadurch oft gar nicht so leicht tasten“, erklärt Zentrumsleiterin Susanne Findt. Statt eines harten Knotens könnten andere Veränderungen auftreten, die viele Frauen nicht mit Krebs assoziieren, etwa großflächige Schwellungen oder Rötungen, die der Oberfläche einer Orange ähneln und nicht auf Antibiotika ansprechen. Auch Einziehungen der Haut oder plötzliche optische Asymmetrien sowie klare oder blutige Flüssigkeit aus der Brustwarze können ein Hinweis sein. „Weil das oft unentdeckt bleibt oder in die Kategorie harmloser Entzündungen gesteckt wird, bekommen jüngere Frauen die Diagnose durchschnittlich später gestellt“, erklärt Susanne Findt. Das führe in der Konsequenz häufig zu merklich schlechteren Prognosen, denn wie bei allen Krebsdiagnosen gilt: „Je früher wir ihn entdecken, desto besser die Heilungschancen.“

Reform bei Mammografie-Screening im Oktober
Das Wissen bricht sich auch an anderer Stelle Bahn, denn das deutsche Vorsorgesystem steht vor einer der größten Reformen der letzten Jahrzehnte, weil das Alter für das Mammografie-Screening absehbar auf 45 – anstatt wie bisher 55 Jahre – gesenkt werden soll (siehe Informationskasten unten). Bis das aber flächendeckend greift, bleibt laut Susanne Findt die eigene Aufmerksamkeit für visuelle und strukturelle Brustveränderungen das wichtigste Instrument zur Früherkennung. „Deshalb nutzen wir auch in diesem Jahr wieder die Strahlkraft des Pinktober, um möglichst viele Menschen aufzuklären.“


Hintergrund: 

Mammographie-Screening bald schon ab 45 Jahren

Um auf die steigenden Fallzahlen bei jüngeren Frauen zu reagieren, soll die Altersgrenze für die kostenlose Brustkrebs-Früherkennung deutlich ausgeweitet werden:

  • Der aktuelle Stand: Bislang haben gesetzlich versicherte Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Röntgen-Mammographie.
  • Die Neuerung: Der strahlenschutzrechtliche Weg für eine Senkung des Einstiegsalters auf 45 Jahre wurde durch eine Regierungsverordnung freigegeben.
  • Wann wird es zur Kassenleistung?  Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet im Oktober 2026 über die finale Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Sobald die darauffolgenden technischen und organisatorischen Vorbereitungen der Praxen abgeschlossen sind, können Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren regulär am Programm teilnehmen.

Weitere Informationen dazu u.a. unter: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1324/ // https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/methodenbewertung/327/ 


Altersdurchschnitt bei einer Brustkrebserkrankung (Zentrum für Krebsregisterdaten):
Durchschnittsalter: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 64 bis 65 Jahren.

  • Anteil junger Frauen: Etwa 15 bis 17 Prozent (ca. eine von sechs) aller Patientinnen sind bei der Diagnose unter 50 Jahre alt.
  • Sehr junge Frauen: Rund 10 Prozent sind jünger als 45 Jahre und etwa 1,5 Prozent sind unter 35 Jahre alt.
  • Rund 1 Prozent der Erkrankten sind Männer

Der Anstieg: Eine im März 2026 im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Datenanalyse zeigt, dass die Neuerkrankungsraten bei Frauen vor den Wechseljahren (Altersgruppe 20 bis 54 Jahre) seit 1990 global um knapp 29 Prozent gestiegen sind.


Weitere Informationen rund um die Brustkrebstherapie finden Interessierte auch unter: 

https://www.marien-hospital.de/fachbereiche-kompetenzen/zentren-spezialisierte-versorgung/brustkrebszentrum/pinktober-am-marienhospital

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